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Feindesliebe

Feindesliebe, ein Weg Hass zu überwinden

- Wie man Feindesliebe praktisch einsetzen kann
- Freindesliebe als Mittel zur Überwindung von Hass und Gewalt

Liebe Leserin, lieber Leser,

wie bekomme ich in Griff, was mich in Griff hat? Wie steige ich aus dem Teufelskreis von Gewalt und Gegengewalt aus? Wie kann ich Rachegedanken loswerden? Wie kann ich es verhindern, gegenüber dem Täter nun selbst zum Täter zu werden?

Von Natur aus sind wir mit der Fähigkeit ausgestattet, aggressiv zu werden. Aggression ist an sich nichts Böses. Denken wir beispielsweise an eine Amsel, die ihr Nest aggressiv und ausdauernd gegen Angriffe von Elstern verteidigt und sich behauptet. Aggression hilft, Grenzen zu verteidigen. Sie ist jene Kraft, die uns hilft, gegen das anzugehen, was unser Leben beengt oder bedroht. Soweit so gut.

Problematisch wird meine Aggression, wenn sie nicht nur mein Leben, meine Würde oder meine Freiheit verteidigt sondern übergriffig wird. Wenn sie nicht dem Guten sondern dem Bösen dient. Wenn sie nicht Gutes schützt, sondern selbst Schaden anrichtet und vermehrt. Wir kennen, wo wir verletzt werden, vielleicht jahrelang diese Verletzung nicht überwinden können. Weil sich in uns ein aggressiver Hass eingenistet hat, der so grenzenlos und heftig lodert, dass wir nicht mehr für uns garantieren können.

Wie kann ich solch zerstörerischen Hass, solche übermäßige, bösartige Aggression überwinden? Wie kann ich meinen tiefen Wunsch, Rache zu üben um eine Art Ausgleich für jene Verletzung zu finden, zunächst einmal in den Griff bekommen und los lassen?

Mehrere Schritte sind nötig und hilfreich. Zunächst einmal gilt es, vor sich ehrlich zu werden. Wahrzunehmen, dass nicht ich Wut habe sondern dass die Wut mich hat. Wahrnehmen, dass ich Befreiung brauche. Und dann einen Weg suchen, wohin diese zerstörerische Energie der Aggression geleitet werden kann, ohne dass sie abermals den Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt startet.

Viele kennen das berühmte Beispiel, Zorn abzulassen, indem man bis zur Erschöpfung auf Kissen einschlägt. Das hilft ein Stück weit. Doch kann das Kissen zwar meinen Hass abfedern, dann bleibe ich erschöpft aber immer noch mit dem berechtigten Wunsch nach Gerechtigkeit zurück.

Feindesliebe als Ausweg aus dem Hass

An dieser Stelle möchte ich auf einen Weg hinweisen, den wir in der Heiligen Schrift finden. Der Weg in die Freiheit besteht darin, dass ich meinen Hass abgebe an den, der für Gerechtigkeit sorgt. Folgendermaßen beschreibt die Bibel jene praktischen Schritte um Hass zu überwinden und selbst Feinde lieben zu können.

Im Römerbrief, Kapitel 12, Verse 14.17-21 lesen wir:

Segnet eure Verfolger; segnet sie [Wörtlich: gute Worte aussprechen über], verflucht sie nicht! Vergeltet niemand Böses mit Bösem! Seid allen Menschen gegenüber auf Gutes bedacht! Soweit es euch möglich ist, haltet mit allen Menschen Frieden! Rächt euch nicht selber, liebe Brüder, sondern lasst Raum [wörtlich: tretet zur Seite] für den Zorn Gottes; denn in der Schrift steht: Mein ist die Rache, ich werde vergelten, spricht der Herr. Vielmehr: Wenn dein Feind Hunger hat, gib ihm zu essen, wenn er Durst hat, gib ihm zu trinken; tust du das, dann sammelst du glühende Kohlen auf sein Haupt. Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute!

Es wäre doch einen Versuch wert: Bewusst einmal jenen Gottes Segen und Gutes zu wünschen, die uns verletzten. Das muss nicht in Anwesenheit der „Täter“ geschehen, denn Gott hört uns, wo wir sind. So tun wir den ersten Schritt heraus aus dem Teufelkreis der Rache, indem wir nicht fluchen sondern gedanklich und im Gebet jenen Gutes wünschen.

Zum Zweiten dann entschlossen sich darum zu bemühen, Frieden zu stiften, zu deeskalieren, nicht Rache zu suchen sondern mit dem was ich tun und lasse Gutes anzusteuern. Ja sogar, wie es am Ende heißt, bewusst den hungrigen Feind zu speisen, seine Bedürfnisse wahr und ernst zu nehmen, im Vertrauen darauf, dass Gutes letztlich das Gewissen im andern weckt und Hass überwindet.

Und schließlich: Dort wo in uns die Rache nach Genugtuung schreit, diese nicht leugnen sondern an den Schöpfer abgeben. Der lebendige Gott wird richten und er richtet gerecht. Er wird alles ans Licht bringen und für Gerechtigkeit sorgen. Ich darf mir das bildlich vorstellen, wie ich ihm Raum gebe, wie ich zur Seite trete, damit er sich meinem berechtigten Verlangen nach Rache annimmt. Gott kann sie aufnehmen, ohne selbst zu Täter zu werden. Und ich werde frei.

Wäre es nicht einen Versuch wert, Hass durch Feindesliebe zu überwinden?

Uwe M.

Wenn Du Fragen zur Bibel hast oder wissen willst, wie man Gottes Gnadengeschenk bekommen und ein Kind Gottes werden kann, wende Dich gerne an uns!

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