Motivation durch Fragen stellen
Newsletter lernen-fühlen-verstehen, November 2007
Wie man Motivation durch geschicktes Fragen stellen steigern kann.
So besiegst Du die Aufschieberitis!
Lieber Leser,
bist Du hin und wieder ein Opfer einer heimtückischen Krankheit
„Aufschieberitis“?
Angenommen, Du sollst eine bestimmte Aufgabe erledigen. Es ist eine
unangenehme Aufgabe für Dich. Sie gehört nicht zu Deinen Stärken. Du
kannst Dich nicht überwinden, damit anzufangen. Wie ein Schiff eine
Bugwelle vor sich herschiebt, fängst Du an, die Sache vor Dir
herzuschieben. Ein mulmiges Gefühl breitet sich in Dir aus, wenn Du an
diese Aufgabe denkst. Es fängt an, ungemütlich für Dich zu werden.
Sehen wir uns diesen Vorgang, den vermutlich die meisten Menschen immer mal
wieder durchmachen genauer an.
Was für Möglichkeiten hast Du, wenn Du eine Sache, die gemacht werden
"sollte" aufschiebst?
1) Du erledigst die Sache jetzt gleich.
2) Du nimmst Dir jetzt einen Teil davon vor und später weitere Teile oder den Rest.
3) Du gehst die Aufgabe erst später an (und schiebst sie bis dahin auf).
4) Du machst sie, wenn der letztmögliche Termin gekommen ist, an dem Du die Sache gerade noch ohne große Nachteile erledigen kannst.
5) Du schaust, ob Du eine Terminverschiebung erreichen kannst und erledigst die Arbeit bis dahin vollständig.
6) Du lässt den Termin für die Fertigstellung verstreichen und machst die Sache gar nicht oder erst noch nachträglich.
Muss ich immer alles gleich erledigen?
Natürlich nicht. Du bist in jedem Augenblick frei, etwas zu tun oder etwas nicht zu tun. Du
kannst jede Aufgabe gleich oder später tun. Und Du kannst zu einem
gewissen Grad auch Deine Motivation selbst steuern.
Es wird immer Dinge geben, für die Du Dich erstmal überwinden musst,
bevor du anfängst. Manchmal hast Du mehr zu tun, als an einem Tag zu
schaffen ist und dann bleiben automatisch Aufgaben liegen.
Niemand zwingt uns, etwas zu tun oder etwas auf eine bestimmte Art zu tun.
Es gibt für die jeweiligen Handlungsmöglichkeiten ganz nüchtern
betrachtet unterschiedliche Konsequenzen.
Dabei ist es ist nicht unbedingt besser oder schlechter, etwas jetzt oder
später zu
tun.
Die Kernfragen sind:
- Was ist für mich jetzt am besten und bringt mir die meisten Vorteile?
- Mit welcher der im Augenblick möglichen Entscheidungen fühle ich mich
am wohlsten?
- Mit welcher Handlung erlebe ich am meisten Freude und Erfolg?
Weiter unten findest Du einen Fragen- Katalog. Mit Hilfe dieser Fragen
kannst Du für Dich entscheiden, wie mit einer anstehenden Aufgabe zu
verfahren ist.
Wenn Du mit dem Katalog arbeiten willst, schreibe ihn Dir mit dickem Filzstift auf ein DIN A 4 Blatt (Querformat). Und hänge Dir dann das Blatt in Deinem Zimmer sichtbar auf.
Immer wenn Du merkst, dass Du eine Sache, die gemacht gehört schon eine Zeitlang vor Dir herschiebst,
gehst Du den Fragenkatalog durch und beantwortest Dir in Gedanken die Fragen.
Das hilft Dir dabei,
- entweder künftig weniger Sachen aufzuschieben
- oder Dich trotz der Aufschieberitis wohl zu fühlen, da Du weißt, was Du
tust...
Fragenkatalog zum Umgang mit unerledigten Aufgaben
Es gibt was zu tun, was ich noch nicht gemacht habe und was gemacht gehört...
1) Will ich die Aufgabe machen oder will ich sie nicht machen?
2) Muss ich die Sache wirklich machen oder gibt es vielleicht eine andere/bessere Alternative?
3) Brauche ich Hilfe, wenn ja wer hilft mir? Wann frage ich denjenigen?
4) Was kostet mir mehr Mühe- wenn ich die Aufgabe gleich anpacke oder später?
5) Wenn ich jetzt nicht in der Lage bin, wann packe ich es? (Termin festsetzen und aufschreiben)
6) Was passiert, wenn ich die Sache nicht mache, mit welchen Folgen muss ich dann rechnen?
7) Was ist die beste Vorgehensweise für mich in Bezug auf meine Erfolge
und meine Gefühle,
a) die Folgen zu erleben, wenn ich die Sache nicht mache und statt dessen was besseres zu machen,
b) die Sache später zu machen oder
c) die Sache jetzt gleich anzupacken?
8) Gibt es Vorteile für mich, wenn ich die Sache noch aufschiebe, d.h. ist
etwas anders noch wichtiger und lohnender für mich?
9) Gibt es einen Grund, mich schlecht zu fühlen wenn ich aufschiebe- habe ich auch dann noch genügend Zeit, die Sache gut zu machen?
10) Wenn ich jetzt nicht beginne, gelingt es mir wenigstens eine Minute ein
Bild von der Sache, wie sie erledigt ist in meiner Fantasie zu sehen? (wie in unserem
letzten Newsletter beschrieben.)
herzliche Grüße und jede Menge Motivation und Spass bei all Deinen Aufgaben,
die wichtig für Dich sind
wünscht Dir
Tobias Abend!
Redaktion Lernen-Fühlen-Verstehen
tobias2009@t-online.de
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